Foto: ©herbertnitsch.com

Apnoe-Taucher Herbert Nitsch: Mit einem Atemzug auf 253 Meter Tiefe

Kein Mensch tauchte je so tief wie Herbert Nitsch. Beim Versuch, seinen eigenen Weltrekord zu brechen, erlitt er mehrere Hirnschläge, kämpfe ums Überleben. Und darum, möglichst schnell wieder tauchen zu können.

Das Mittelmeer zeigt sich von seiner unsympathischen Seite. Als wollte es sagen: Vergiss es! Aber Herbert Nitsch will es nochmals wissen. Allen zeigen, wer der Mann aus dem Meer ist. Der 47-jährige Österreicher ist nicht irgendein Hobby-Schnorchler, sondern der Usain Bolt der Freitaucher. Hat in einem Jahrzehnt 32 Weltrekorde in allen Freitauch-Disziplinen (und dabei nur zweimal sein Trommelfell) geknackt. An diesem Junitag will es Nitsch dem Meer nochmals zeigen. Will tiefer als jemals zuvor ins Schattenreich hinabtauchen. 240 Meter. Zweieinhalb Fußballfelder in die Senkrechte gekippt. Ohne Luft aus der Flasche. In der beängstigend atemlosen Welt des Freitauchens ist der Wiener der Hausmeister.

Nitschs Plan ist einfach (und) unfassbar: die Luft anhalten, sich in einem stromlinienförmigen Zäpfchen ins eiskalte Schwarz hinabkutschieren lassen und sechs Minuten später wieder aufauchen. Klingt wie aus einer anderen Welt. Aber beim Aufauchen, nur noch 70 Meter unter der rettenden Wasseroberfläche – erst hier lichtet sich langsam der schwarze Vorhang, oszilliert in mystisches Blau, lässt die Umrisse der Rettungstaucher und des Boots durchschimmern – schlägt sein Plan leck.

Herbert Nitsch ist Apnoetaucher. Der Apnoetaucher. Apnoia bedeutet schlicht und einfach: nicht atmen. Apnoetauchen ist Tauchen ohne Luft aus der Flasche. Einatmen. Luft anhalten. Abtauchen. Aufauchen. Luft holen. Punkt. Seit Jahrtausenden geht das Säugetier Mensch so auf Jagd nach Fischen, Muscheln, Perlen. Herbert geht auf die Jagd nach Rekorden. Zumindest bis zu diesem Sommertag anno 2012. Am 6. Juni sollten die letzten Meter über Tod und Wiedergeburt entscheiden …

Das vollständige Porträt lesen Sie in LIMITS 1/2018.