JEREMIE HEITZ, BRUNEGGHORN, SWITZERLAND. CREDIT PHOTO TERO REPO / LA LISTE Foto: Tero Repo

Der Ameisenmann: Auf Ski über die steilsten Wände der Alpen

Für seine Crew sieht Jérémie Heitz oft aus wie eine Ameise: winzig klein, aber immer emsig am rumkrabbeln. Wie in dieser riesigen Steilwand am Grand Combin de Valsorey, einem dieser Eisriesen im Unterwallis: 50 Grad Steigung. Hoch auf den Gipfel will der Ameisenmann, bis auf 4184 Meter.

Ski und Stöcke sind am Rucksack befestigt, mit dem Eispickel in der Hand krallt er sich fest und zieht sich hoch, auch wenn das Ziel endlos weit weg scheint. Plötzlich schnauft er ins Funkgerät des Filmteams: „Ich glaube, man kann es fahren.“ Der Kameramann grinst nur und schüttelt den Kopf: „Wenn Jérémie sagt, man kann es fahren, heißt das noch lange nicht, dass man es fahren kann.“

Das heißt vielmehr, dass es nur Jérémie fahren kann. Und der fährt diesen Höllenschlund von einer Abfahrt auf seine Weise: nicht vorsichtig, tastend, auf Sicherheit bedacht, sondern einfach nur verdammt schnell. Jérémie Heitz ist 28, gelernter Landschaftsgärtner und ein unscheinbarer Typ – solange er keine Ski unter den Füßen hat. Dann verwandelt sich der schmale, eher klein gewachsene Kerl in einen Riesen. Einer, über den selbst vogelwilde Freeride-Kollegen den Kopf schütteln und der auch hartgesottenen Fans des Extremen die Klappe offen stehen lässt.

Dass er flott unterwegs ist, hat er schon auf Wettkämpfen wie der Freeride World Tour gezeigt, aber was der Bursche aus dem Wallis mit seinem Projekt La Liste veranstaltet, das in einem atemberaubenden Film mündete, das ist noch mal eine andere Nummer. Die 15 steilsten Flanken der Alpen hat er sich für seine Liste ausgesucht, fast alles Viertausender, jeweils mit einem Gefälle von 50 bis 55 Grad. Fehlertoleranz bei einer solchen Ski-Befahrung: nullkommanull …

Das komplette Porträt lesen Sie in LIMITS 1/2018.