Foto: Karin Schermbrucker

Cape Epic: Das härteste MTB-Rennen der Welt

Cape Epic: 1.300  Biker. 691 Kilometer. 15.400 Höhenmeter. 8 Tage.

Das war’s! Ich habe Fieber und liege völlig nassgeschwitzt in meinem Schlafsack. Mein Magen krümmt sich vor Schmerzen. Meine Gedanken laufen Amok. Und ich habe keine Ahnung, wie ich meinem Teampartner Mike sagen soll, dass ich aus dem Cape Epic aussteigen muss.

Es geht nicht mehr. Schon am dritten Tag. Bereits zwei Tage davor, auf der ersten Etappe, hatte es mir den Stecker gezogen. An meinem härtesten Tag jemals. 100 Kilometer krassestes Mountainbiken. Nur Rüttelpiste. Tiefer Sand. Loses Geröll. Keine Sekunde Erholung. Bergauf und bergab. Und die paar Meter, die’s mal flach ist, auch nicht. Nach gut 50 Kilometern zieht sich eine lange Schlange von Mountainbikern einen Bergrücken in Serpentinen nach oben. Auf einem steilen, gerölligen und anspruchsvollen Pfad. Mein Computer zeigt 47 Grad Celsius, in die Trinkblase habe ich innerhalb von Minuten ein Vakuum gesaugt. Die Passhöhe erreiche ich mit den allerletzten Kräfen. Und am Ende der Abfahrt sage ich zu Mike, dass ich es nicht mehr zur nächsten Verpflegungsstelle schaffe. Drei Kilometer sind es noch bis dahin.

Cape Epic. So heißt das härteste Mountainbike-Etappenrennen der Welt. Die Tour de France der Mountainbiker. Aber anders als bei den Straßenfahrern, gehen hier nicht nur die besten Profs, sondern auch jede Menge Hobbyfahrer an den Start. 1.300 Verrückte, die in Zweierteams einen Prolog und sieben Etappen fahren müssen. Und für die meisten geht es dabei ums nackte Überleben.

Tim Böhme ist einer der besten Mountainbiker Deutschlands. Deutscher Meister 2014 und bereits zum zehnten Mal beim Cape Epic am Start. Er weiß, was es heißt, acht Tage in Südafrika an die Grenzen gehen zu müssen. Und weil Tim auch als Trainer arbeitet, weiß er auch, was es bedeutet, Hobbysportler auf die Strapazen vorzubereiten. Mit seinem Team ist er ein paar Wochen vorher schon am Kap. Zum Streckencheck, weil die Veranstalter den Parcours jedes Jahr verändern. „Mach dich bei der ersten Etappe auf das Schlimmste gefasst, was du jemals erlebt hast“, sagt er zu mir, nachdem er zurückkommt. Das werden unendlich Höllenqualen. Wenn du aufhörst zu treten, bleibst du sofort stehen. Auf jedem Meter.“ Aber für mich gibt es kein Zurück mehr …

Die vollständige Reportage lesen Sie in LIMITS 1/2018.