Foto: Antonio Masiello

Morituri te salutant: Historischer Fußball in Florenz

Fabrizio Valleri nimmt es im Leben so, wie es kommt. Deshalb wundert es ihn auch nicht, dass er ein Held des Calcio Storico geworden ist. Dass morgens, wenn er eine Bar betritt, gelegentlich Gäste aufstehen und ihm applaudieren. Dass Unbekannte gerade ihm auf die Schulter klopfen, die Kinder im Viertel so gerne an seinem Bart zupfen. Er nickt dann oft nur und geht, ohne übermäßig erfreut zu sein, weiter. Es kam eben so, ein Teil von Florenz feiert ihn. Jedenfalls bis Juni. Dann, und das ist der Haken an seinem Heldenstatus, wird er wohl wieder verprügelt.

Fabrizio Valleri weiß das. Er wird schnell sein müssen, springen und sprinten, sich rechtzeitig ducken, sich retten. Ehe sie ihn schnappen. Er guckt jetzt, wie er oft guckt, ein bisschen traurig, ein bisschen grimmig, und sagt: „Wenn sie mich haben, ist es vorbei. Dann schalten sie mich aus.“

Sie, das sind für Valleri die anderen. Die Stadt Florenz teilt sich in vier Farben. Die Blauen, Roten oder Grünen. Blau steht für Santa Croce, Rot ist Santa Maria Novella, Grün San Giovanni. Valleri stammt aus Santo Spirito, Weiß. Es sind die vier historischen Viertel der Stadt, die vier am Turnier teilnehmenden Mannschaften. Die vier Feinde. Das Spiel, das sie spielen, ist für viele der brutalste Sport der Welt: Calcio Storico.

Die vollständige Reportage lesen Sie in LIMITS 1/2018.