Foto: Dan Zoubek

Reinhold Messner: „Kein vernünftiger Mensch tut das, was wir tun.“

Reinhold Messner ist der Grenzgänger schlechthin und der Superstar unter den Alpinisten. Er hat alles erreicht. Und er hat viel zu sagen. Wir trafen ihn in seinem Museum in Bozen zum Exklusiv-Interview, in dem der 73-jährige Messner erzählt, warum er all seine Grenzgänge überlebt und was ihn angetrieben hat, sich immer am Limit zu bewegen.

LIMITS: Eines Ihrer Bücher heißt Leben am Limit. Wie definieren Sie Grenzen und das Leben am Limit?
Die Entwicklung im Bergsteigen ist seit 250 Jahren die, dass man zur jeweiligen Zeit versucht hat, die Limits zu verschieben – mit einer einzigen Prämisse: möglich oder unmöglich. Und jede Generation hat versucht, das, was die Väter als unmöglich definiert haben, möglich zu machen. Dementsprechend sind die Schwierigkeiten definiert worden. Allerdings hat jede Zeit ihre eigenen Limits. Wobei das Limit nie erreicht werden kann, man kann sich ihm nur annähern. Der große Fehler zum Beispiel bei der Schwierigkeitsbewertung 1924/1925 von Welzenbach war, dass er den sechsten Grad mathematisch als Limit definiert hat, was zur Stagnation geführt hat. Heute sind Limits völlig verschieden besetzt, weil der Alpinismus aufgesplittet worden ist in Tourismus – ich würde sagen, dass der größte Teil der Alpinisten mittlerweile aus Touristen besteht – und in reinen Sport. Im Sport ist alles messbar, da kann man Limits genau definieren, das hat aber mit traditionellem Bergsteigen nichts zu tun.

LIMITS: Was genau ist ein Grenzgang für Sie?
Um einen Grenzgang zu machen, muss ich große Schwierigkeiten überwinden, muss mich Gefahren stellen, die ich erkenne, um ihnen auszuweichen. Sonst bin ich nicht lange am Leben. Und das ganze muss in absoluter Exposition stattfinden. Ohne Netz und doppelten Boden …

Das komplette Interview mit Reinhold Messner lesen Sie in LIMITS 1/2018.