Foto: Thomas Nösner

Elmar Sprink: Extremsport mit Spenderherz

Elmar Sprinks Herz hört plötzlich auf zu schlagen. Er wird reanimiert, hat aber nur einen Ausweg: ein Spenderherz. Das ist die Geschichte über einen beeindruckenden Kampf zurück ins Leben. Eine Geschichte, die ans Herz geht.

Am Nachmittag des 12. Juli 2010 quittiert das Herz von Elmar Sprink den Dienst. Ohne Vorwarnung. Zehn Minuten vor sechs. Nach 38 Jahren und 193 Tagen. Und zirka 1,7 Milliarden Schlägen. Als im Fernsehen gerade die Tour-de-France-Aufzeichnung vom Vortag läuft, geht ihm daheim in Ehrenfeld das Licht aus. Wie wenn wer aus Versehen übers Stromkabel gestolpert wäre. Und trotzdem hat der Kölner an diesem schwülen Sommernachmittag unfassbar viel Glück. Das Kaffeekränzchen seiner Freundin Karin fällt der Hitze zum Opfer, sie kommt früher als geplant nach Hause. Und sein Nachbar Michi ist wegen einer Knie-OP krankgeschrieben. Sein Beruf: Arzt. Als Sprink aus dem Reich des Jenseits wieder ins oberflächliche Diesseits zurückkommt, läuft wieder der Fernseher. Aber statt Zielankunft bei der Tour de France kommt ein merkwürdiges Programm aus Puls, systolischem und diastolischem Blutdruck, untermalt von leisem Gepiepe. Intensivstation statt Fernsehsessel.

Was war passiert? „Komische Geräusche“ drangen aus dem Wohnzimmer zu Karin. Wie wenn ihr Freund Elmar nach 189 Kilometern im 39er-Schnitt selbst den Zielsprint hoch nach Avoriaz anziehen würde. Dabei sollte der doch   im Sessel lümmeln. Sie geht ins Wohnzimmer und findet Sprink auf dem Rücken liegend. Augen zu, Mund weit offen. Sein Gesicht hat schon tiefblaue Farbe angenommen. Sie schießt aus der Wohnung und klingelt beim Nachbarn Sturm. Der Rekonvaleszente humpelt, so schnell es das Knie zulässt, herbei und beginnt zu reanimieren. Nach drei Minuten öffnet Sprink die Augen, bäumt sich auf und saugt wie ein Staubsauger Luft in die Lungen – was die halbe Nachbarschaft aufschreckt. Er lebt! Aber das Herz schlägt bei der Einlieferung ins Krankenhaus mit über 200 Schlägen in der Minute. Eine Arrhythmie, bei der es panisch schnell – aber vergebens – Blut pumpt.

Eigentlich der Klassiker für eine fette Couch-Kartoffel, die sich in ihrem Kölner Wohnbunker rauchend und saufend durchs Nachmittagsprogramm zappt, bis jemand das Licht für sie ausknipst. Aber Elmar Sprink ist das Gegenteil davon. Marathonläufer. Und er ist ein Eisenmann, ein Langstrecken-Triathlet. Er schwimmt 3,8 Kilometer, radelt anschließend 180 Kilometer, um dann noch die klassischen gut 42-Marathon-Kilometer dranzuhängen. Seine Bestzeit: knapp über zehn Stunden. Sein größter Traum: die Ironman-WM auf Hawaii …

Die ganze Geschichte über Elmar Sprinks Weg von der Herztransplantation zum Triathlon lesen Sie in LIMITS #2 – erhältlich ab 28. September am Kiosk oder hier in unserem Shop.