Foto: Thomas Stachelhaus

Interview: Joey Kelly – Musiker und Extremsportler

Glück ist kein Zufall. Nur Menschen, die kämpfen, die nicht im Komfort leben, fordern Glück ein.

Das sagt Joey Kelly. LIMITS hat ihn zum Interview getroffen, um über ein Leben jenseits der Komfortzone zu sprechen. Und über Musik, Familie, Abenteuer …

Herr Kelly, wo gehen Sie mehr ans Limit? Bei Extremabenteuern oder jetzt, wenn Sie nach langer Zeit wieder mit der Kelly Family auf Tour gehen?

Die Outdoor-Geschichten sind mein Hobby. Da tanke ich. Ich komme zurück, jetzt zum Beispiel gerade vom Amazonas, und ich fühle mich einfach voll mit Energie. Ich gehe zwar körperlich oft über die Grenze, aber das gibt mir so viel für den Körper, für den Kopf zurück, dass ich danach mein Tagesgeschäft wieder bewältigen kann. Musik selbst ist gar nicht so stressig. Wir haben mit der Kelly Family erst vor über einem Jahr wieder angefangen. Ich habe davor knapp zehn Jahre keine Musik gemacht und hatte eigentlich damit abgeschlossen. Aber dann hat das so eine Dynamik bekommen. Es sind genügend Kellys zusammengekommen, sodass wir als Kelly Family wieder auf Tour gehen. Und jetzt läuft das Ding ein bisschen. Aber viel Arbeit ist es nicht. Ich habe mich selbst gewundert, dass man zehn Jahre keine Musik macht, aber sofort wieder reinkommt. Die Kelly Family hat vor über 40 Jahren angefangen, davon professionell zu leben. Da bist du als kleines Kind mit aufgewachsen, hast mit
musiziert, dann ist es unter der Haut. 

Wie kommt es, dass Sie nie Solo-Musik gemacht haben? Viele Ihrer Abenteuer waren ja zwangsläufig Solos. Wenn Sie etwa beim Badwater-Marathon durch die Wüste laufen, sind Sie ja alleine, oder?

Ja, das stimmt. Aber da gibt es einen Unterschied. Wenn du Solo-Musik machst und du musst davon leben, dann musst du dich verkaufen. Aber ich will Leuten nicht gefallen, ich will nicht auf der Bühne unterhalten. Mit der Kelly Family ist das was anderes. Da unterhalte ich mich mit meinen Geschwistern. Und die Leute sind dabei und finden das gut. Zusammen spielt man ein Konzert, das ist Wahnsinn. Aber wenn ich als Solo-Künstler zwei
Stunden da vorne stehen und die Menschen begeistern müsste – ich weiß nicht, ob ich das Talent dazu hätte. Es ist nicht meine Berufung. Und ich glaube nicht, dass irgendjemand die Solo-Musik von Joey Kelly braucht. Ich hätte nur Interesse, ein Projekt zu machen, nämlich eine Heavy-Metal-Band. Aber nicht, um Geld zu verdienen. Nur aus Spaß an der Freude. Weil ich gerne Rock, gerne Heavy Metal höre. Ich könnte mir vorstellen, ich
mache „Best of Kelly Songs“, aber als Heavy-Metal-Versionen. Und vielleicht gibt es dann Gitter vor uns und die Leute können uns beschmeißen. All die Klischees halt. Und mein Ziel wäre wirklich, in Wacken zu spielen

Das vollständige Interview gibt’s in  LIMITS #2 ab 28. September am Kiosk oder hier in unserem Shop.